Les vampires 1-10

Les vampires (1-10)
R: Louis Feuillade. B: Louis Feuillade. K: Manichoux. D: Musidora, Édouard Mathé, Marcel Lévesque, Jean Aymé, Fernand Herrmann, Renée Carl. P: Société des Etablissements L. Gaumont. Fr 1915
Print: Gaumont/Cinémathèque française
Engl. titles

David Bordwell’s essay on Feuillade

Michael E. Grost: Les vampires

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Louis Feuillade

“(…) was hat dieser Mensch mit dem Phantastischen zu tun, und was macht ihn zu einem grausamen Blutsbruder von André de Lorde, dem Groß- und Exerzitienmeister des Grand Guignol? Es ist vor allem sein Umgang mit dem, was technisch zunächst rein zufällig ist. Die Art wie er die technischen Bedingungen zu exploitieren versteht, unterscheidet ihn fundamental von anderen, die Ähnliches zur selben Zeit versuchten. Da sind die leeren Straßen von Paris, Nizza, der Côte d’Azur, die jedes Ereignis bereits zu einem besonderen machen, wie in den Fotografien von Charles Nègre. Die Häufung solcher Bilder steigert sich zum Horriblen, Alptraumhaften. Die überdeutliche Wirklichkeit lässt immer schon mehr ahnen, als ist. Die permanente Peripetie greift in den Bildern Fuß. Die Tiefenschärfe wird zum bedrohlichen Sog. (…) Feuillade ist Zeitgenosse von Griffith, aber ästhetisch steht er David Lynch näher.”
Thomas Brandlmeier: Fantômas. Beiträge zur Panik des 20. Jahrhunderts.Berlin 2007,S. 20 f.

TRAUM UND EXZESS, S. 193