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Fräulein Piccolo
R: Franz Hofer. B: Franz Hofer. K: Gotthardt Wolf. D: Dorrit Weixler, Franz Schwaiger, Alice Hechy , Max Lehmann, Helene Voss , Martin Wolff, Grete Weixler. P: Luna-Film GmbH, Berlin. D 1914
Print: Deutsche Kinemathek

“Miss Lo leaves finishing school and returns to her parents’ hotel ‘Zum Weißen Schwan’. One of the chambermaids eloped with the bellboy and now the daughter has to help out – sometimes as a maid, sometimes in the guise of a bellboy. When she falls in love with Lieutenant Clairon, her male disguise begins to stand in her way. At a ball she has to to look on helplessly while he’s flirting with other women. But with the help of her friend Röschen, who’s the cousin of Clairon, Miss Lo gets her happy ending.”
europeana

“Fräulein Piccolo, ein harmloses Backfisch- und Soldatenlustspiel, wird im August 1914 als fertiggestellt annonciert (Lichtbild-Bühne vom 1.8.1914). Dorrit Weixler spielt die Tochter eines Hotelbesitzers – und weil diesem das Zimmermädchen mit dem Piccolo durchgebrannt ist, spielt sie dem Papa zuliebe abwechselnd den Piccolo und das Zimmermädchen. Ernst Lubitsch hat einen schönen 60-Sekunden-Auftritt. Er ist der Gast von Zimmer 6, ein Handelsvertreter mit Koffer und Stöckchen, der nach dem Zimmermädchen grapscht und eins auf die Finger bekommt. Später, bei einem Schwenk über die Tafel mit den Dauergästen, erfährt man seinen Namen: Pinkeles. Und so ist auch die kleine Szene: Sie verweist in ihrer Charakteristik auf Lubitschs spätere Hauptrollen. Weil die Leutnants im Film nicht sehr patriotisch wirken, sondern vor allem hinter den Mädchen her sind, wird der Film vorsichtshalber erst 1915 der Zensur vorgelegt – und für die Dauer des Krieges verboten.”
Hans Helmut Prinzler in: Hans Helmut Prinzler / Enno Patalas (Hrg.): Lubitsch. München 1984, S. 18

“Hofer also won acclaim for his womens’ dramas and comedies, such as Das rosa Pantöffelchen (‘The Pink Slipper’, 1913) and Fräulein Piccolo (‘Miss Piccolo’, 1914). In these, as in other films, Hofer’s preferred star was Dorrit Weixler (1892-1916) who projected the one-screen persona of a sassy, rebellious ingénue on the cusp of maturity. In subsequent years Hofer promoted several other talents, including Ernst Lubitsch and Hans Albers.”
Hans-Michael Bock / Tim Bergfelder (Hrg.): The Concise Cinegraph: Encyclopaedia of German Cinema. Berghahn Books 2009, p. 203/04

Deutsche Helden. Um des Lebens Glück betrogen
R: Franz Hofer. D: Mia Cordes, Rudolf Del Zopp, Max Laurence, Dorrit Weixler. P: Luna Film Berlin. D 1914 (Fragment)
Print: Deutsche Kinemathek

“Hofer scheint sich genau auf halbem Wege zwischen der vor-kinematographischen Tradition des Attraktionsspektakels und jenen linearisierenden Erzählinnovationen anzusiedeln, die mit der Autorenfilmbewegung das deutsche Kino der 10er Jahre erreichten. Wenn es zutrifft, dass das deutsche Kino vor Das Cabinet des Dr. Caligari (1919/20) dem Autorenfilm eine aktive Emanzipation vom Erbe des Theaters und die Hinwendung zu den expressiven Möglichkeiten des Kinos verdankt, dann scheinen Hofers Filme die praktische Umsetzung dieses positiven Einflusses zu bestätigen.”
Elena Dagrada: Franz Hofer. Voyeur der Kaiserzeit. In Thomas Elsaesser/Michael Wedel (Hrg.): Kino der Kaiserzeit. Zwischen Tradition und Moderne. München 2002, S. 254

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Franz Hofer
Foto: DIF

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TRAUM UND EXZESS, S. 320 f.